Nach Hannahs Geburt war ich aus Umwelt- und Babygesundheitsgründen absolut nicht davon überzeugt, Wegwerfwindeln zu benutzen. Doch auch für mich war der Stoffwindelmarkt anfangs schier undurchdringlich. Ich dachte, Mulltücher, Strickbindewindeln und Wollüberhosen wären die einfachste und günstigste Lösung und würden es schon tun. Prinzipiell stimmt das! Doch unerfahren und uninformiert wie ich war, kam ich mit dieser traditionellen Methode anfangs nicht allzu gut zurecht. Ich wusste nicht einmal, dass ich Wollüberhosen fetten musste und war verwundert über die auslaufenden Windeln. Mangels Alternativen, bzw. Zeit und Lust mich in diese einzulesen, nutzten wir vorübergehend Öko-Wegwerfwindeln. Toll fühlten wir uns dabei allerdings nicht und nach wenigen Monaten beschlossen wir, dass es das jetzt auch nicht sein konnte. Ich würde mich jetzt noch einmal richtig informieren. Immerhin hatte ich schonmal was von diesen Höschenwindeln im Internet gelesen… Und von diesem Zeitpunkt an war es geschehen. Binnen kürzester Zeit informierte, informierte und informierte ich mich, und nachdem ich die erste Informationsflut verarbeitet hatte, hatte ich Feuer gefangen. Ich bestellte und testete verschiedene Systeme und Marken, verharrte kurz, informierte mich weiter, bestellte und testete weitere Systeme und Marken… Und so weiter. Bis ich den absoluten Überblick hatte. Günstig war das nicht gerade. Aber es war sehr aufschlussreich und machte viel Spaß.
Schließlich ging ich einen Schritt weiter und wollte helfen, Stoffwindeln bekannter und beliebter zu machen, da sie einfach besser für die Umwelt, den Geldbeutel, das Kind und das Gemüt sind! Also machte ich Anfang 2016 eine Ausbildung zur Stoffwindelberaterin bei den Stoffwindelexperten.

Hannah war tagsüber schließlich mit 2 ¼ Jahren und nachts mit 2 ½ Jahren trocken. Seit Oktober 2018 nun ist Linnie mein Wickelkind. Schon mit 14 Monaten begann sie, mit „Kaka ab!“ auszurücken, wie sehr sie die Nässe am Popo stört – sie lässt sich (im Gegensatz zu Hannah damals) schon immer liebend gern eine frische Windel machen. Umso mehr genießt sie aber die Zeit ohne Windel. Denn mittlerweile, jetzt zum Frühling/Sommer 2019 sind wir zum Nachmittag/Abend hin oder am Wochenende öfter auch teilzeit-windelfrei und gewöhnen sie ans Töpfchen oder die Toilette. Das klappt schon ziemlich gut – so langsam versteht sie, wie der Hase läuft. 😉

Stoffwindeln sind wahrlich eine Begeisterung, die ich weitergeben möchte. Ich würde nie, nie wieder Wegwerfwindeln benutzen. Und das Beste ist: Ich bin mir ganz sicher, auch niemand sonst würde das wollen. Ich verspreche, Stoffwindeln haben nur Vorteile. Selbst wenn man sich nur wenig mit einer ökologischen Lebensweise identifiziert, kann man Stoffwindeln noch wegen vieler anderer guter Gründe nutzen (z.B. weil sie deutlich günstiger als Wegwerfwindeln oder besser für Babys Popo sind). Sie sind in der Handhabung wirklich ebenso einfach – und machen zudem einfach Spaß! Stoffwindeln sind für alle Arten von Familien sowie auch für Erzieher_innen, Tagesmütter oder Tagesväter geeignet. Für jeden gibt es das/die passende/n System/e.

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